Der Schneeleopard

- Irbis / Uncia uncia / Panthera uncia -

Allgemeines:

Der Schneeleopard ist eine Hochgebirgskatze und lebt bevorzugt in Höhen von ca. 3000 bis 6000 Metern im Sommer (also oberhalb der Baumgrenze). Im Winter steigt er allerdings auf Höhen von unter 1800 Metern herab, wenn die Wetter- und somit Futterlage es erfordert. Seine natürlichen Lebensräume sind Himalaya, Pamir und andere asiatische Hochgebirge. Was die Klassifizierung des Tieres angeht, waren sich die Gelehrten lange uneins: früher wurde dem Schneeleopard oder Irbis der Gattungsname Panthera uncia gegeben, er wurde also den Großkatzen zugerechnet. Allerdings ist man inzwischen dazu übergegangen, dem Schneeleoparden lieber seine ganz eigene Gattung (Uncia uncia) zuzugestehen, denn in seinen Eigenarten unterscheidet er sich doch in einigen Punkten von den anderen Großkatzen und ähnelt dort eher den Kleinkatzen, wie z.B. in der Körperhaltung bei der Nahrungsaufnahme (kauern statt liegen) oder in seinen Lautäußerungen (schnurren und miauen, doch kein Gebrüll). Zudem ist er kleiner und leichter als die anderen Großkatzen. Ferner weist der Schneeleopard Unterschiede zu den gewöhnlichen Leoparden im Schädelaufbau und mit einer kürzeren Schnauze auf.

Anatomisches:

Schneeleoparden sind an das Leben im kargen Hochgebirge mit viel Schnee und eisiger Luft perfekt angepaßt. Sie besitzen extragroße Stirnhöhlen, damit die unter Umständen bis zu minus 40° kalte Luft ausreichend vorgewärmt wird, bevor sie die Lungen erreicht. Der Brustkasten ist stark ausgeprägt. Das Fell hat eine dichte Unterwolle (am Bauch kann sie bis zu 12 cm lang werden!), und auch an den Pfoten besitzt das Tier eine extrem dichte Behaarung, so daß die Pfoten wie Schneeschuhe funktionieren - dieses Fell verhindert nämlich ein zu tiefes Einsinken im Schnee. Die Fellfärbung des Schneeleoparden ist weißlich bis gelblich-grau und mit dunkelgrauen, rosettenförmigen Leopardenflecken versehen. An der Bauchseite ist das Fell heller als am Rest des Körpers. Diese Färbung ist im verschneiten und felsigen Lebensraum des Schneeleoparden natürlich die perfekte Tarnung! Die Vorderbeine des Irbis sind kürzer als die Hinterbeine. Der Schneeleopard ist ein ausgesprochen guter Weitspringer: seine Sprungweite beträgt immerhin ca. 15 - 16 Meter!

Stammdaten:

Körperlänge: 95 - 130 cm *** Schwanzlänge: 85 - 110 cm *** Schulterhöhe: ca. 60 cm *** Gewicht der Weibchen: ca. 35 - 40 kg *** Gewicht der Männchen: ca. 45 - 60 kg *** Höchstalter: 15 - 18 Jahre *** Paarungszeit: Februar und März *** Tragzeit: ca. 96 bis 105 Tage *** Anzahl der Jungen: 2 bis 5 *** Geburtsgewicht: ca. 300 - 700 g

Die Aufzucht der Jungen:

Nach der Paarungszeit in Februar oder März bringt die Schneeleopardin zwischen April und Juni ihren Nachwuchs zur Welt (meistens nur 2 Kätzchen, es können aber auch in selteneren Fällen mehr sein). Die Mutter bevorzugt dabei Felsnischen oder Höhlen unter Steinen als Geburts- und Aufzuchtsort. Die Jungen sind bei der Geburt blind und öffnen die Augen nach ca. 7 - 10 Tagen. Ungefähr 8 Wochen lang werden sie ausschließlich gesäugt, danach beginnt die Aufnahme von fester Nahrung. Zusätzliches Säugen erfolgt jedoch noch bis zum Alter von 5 Monaten. Bereits im Alter von 3 Monaten verlassen die Jungen ihre Geburtshöhle und folgen ihrer Mutter überallhin. Im Alter von einem Jahr sind sie dann selbständig und müssen sich eigene Reviere suchen.

Jagdverhalten, Nahrung und Revier:

Schneeleoparden jagen zwar relativ unabhängig von der Tageszeit, aber ihre aktivsten Zeiten sind der späte Abend und der frühe Morgen. Sie können dabei Tiere erbeuten, die bis zu dreimal so groß sind wie sie selbst. Zu ihren Beutetieren zählen vornehmlich: Blauschaf (Bharal), Schraubenziege, Tahr, Steinbock, Serau, Fasane, Murmeltiere, Pfeifhasen und Schneehühner. Schneeleoparden sind Einzelgänger und besitzen ein festes und sehr großes Revier, das je nach Region erstaunliche 20 -100 km² umfassen kann! Die Reviergrenzen werden mit Kot und Harn markiert. Schneeleoparden sind sehr scheu, und daher ist über ihre Lebensweise im Detail leider insgesamt noch vergleichsweise wenig bekannt.

Blauschaf oder Baral

Tahr (männlich)

Pfeifhase

Serau

Schraubenziege

Äußerst bedrohte Spezies:

Der Schneeleopard gehört zu den heute am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten! Er ist zwar bereits 1976 in den Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgenommen worden, was bedeutet, daß der Handel mit lebenden Tieren als auch mit Teilen/Produkten dieser Tiere zu kommerziellen Zwecken strengstens verboten ist, doch die Realität sieht leider nach wie vor ganz anders aus! Die kaum oder gar nicht vorhandenen Grenzkontrollen in den Heimatländern der Schneeleoparden ermöglichen nach wie vor den nahezu unproblematischen Weitertransport von Fellen und Knochen der Tiere. Die Wilderei blüht, die Handelszentren ebenfalls (recht häufig werden in diesem Zusammenhang immer wieder Xinjiang, Kaliningrad und Moskau genannt, doch auch in Afghanistan blüht nach neueren Erkenntnissen der Handel). Wie man hört, soll man dort komplette Felle von Irbissen für ca. 3000,- Dollar oder weniger erhalten können, und diese mehr als fragwürdige "Ware" findet doch tatsächlich auch noch immer wieder Käufer! In China sind neben den Fellen außerdem auch noch die Knochen der Schneeleoparden sehr begehrt, denn in der traditionellen chinesischen Medizin werden sie zu Pulver zermahlen und dann als Heilmittel angepriesen. Wie man sich vorstellen kann, ist das natürlich nichts als purer Aberglaube, vergleichbar mit den sogenannten "Drachenknochen" oder ähnlichen Dingen zur vermeintlichen Potenzsteigerung.... Zum Weinen!!! Solange es jedoch noch immer Abnehmer für Felle und Knochen dieser seltenen Tiere gibt, wird die Wilderei auch nicht aufhören, denn die wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Regionen, wo Schneeleoparden leben, sind denkbar schlecht: Bauern möchten ihre Herden schützen, obwohl Schneeleoparden meist viel zu scheu sind, um sich in menschliche Nähe zu wagen, und daher vergleichsweise auch nur relativ selten domestizierte Tiere reißen. Doch es wird - aus Sicht der Bauern "vorbeugend" - einfach jeder sich zeigende Schneeleopard ohne Erbarmen gejagt und getötet. Noch schlimmer jedoch als das ist, daß etliche Mitglieder der ärmeren Bevölkerung sogar schon professionelle, also ausschließliche Wilderer geworden sind, weil die Wilderei eben mehr, einfacheres und schnelleres Geld verspricht, als das Bauerndasein! Obendrein schrumpft aber auch der natürliche Lebensraum der Schneeleoparden zusehends, da die Weideflächen immer mehr ausgedehnt werden. Bereits 1999 schätzte man die Zahl der freilebenden Schneeleoparden in ihren natürlichen Habitaten auf nur noch 4500 bis 7500 Stück!!!! Heute dürften es sogar noch sehr viel weniger sein, und das ist außerordentlich alarmierend.

Was ich mit dieser Seite bezwecke:

Ich möchte mit dieser Seite das Interesse für Schneeleoparden wecken und dabei versuchen, so viel Sensibilisierung wie nur möglich für diese wunderschöne Tierart zu erreichen, denn sie brauchen dringend eine Lobby! Es muß lautstark angeprangert werden, daß noch immer Felle von Schneeleoparden trotz weltweiten Verbots verarbeitet und verkauft werden! Man sollte für Aufklärung bei der Landbevölkerung in den betroffenen Ursprungsländern der Schneeleoparden sorgen, Wilderer müssen streng verfolgt und die Grenzkontrollen verschärft werden, damit man die Handelswege unterbricht. Nun kann wohl leider kaum jemand von uns einfach mal so nach Afghanistan, Nepal, Pakistan oder Tibet fahren und dort vor Ort aktiv werden - aber wir können wenigstens hier vor der eigenen Haustür schon lautstark anprangern, wenn wir irgendwo solche Produkte entdecken! Und wenn wir immer präsent und laut genug sind, kann man vielleicht auch mal den nötigen Druck auf Politiker weltweit ausüben und damit immer weitere Kreise ziehen. Helft bitte alle mit zu verhindern, daß die Schneeleoparden nicht doch irgendwann in naher Zukunft auf einmal still und leise von der Bildfläche unserer Erde verschwinden! Vielen lieben Dank.

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