Katzenkrankheiten

Farbe des Zahnfleischs als Diagnosemittel:

Die Farbe des Zahnfleischs zeigt den Sauerstoffgehalt im Blut der Katze an. Verfärbungen deuten auf Krankheiten hin:

  • Zahnfleisch ist schön rosa = das ist der Normalzustand
  • Zahnfleisch ist gelblich = Blutparasiten, Lebererkrankungen, FIP
  • Zahnfleisch ist bläulich = Sauerstoffmangel, vielleicht durch Schock
  • Zahnfleisch ist weiß = Schock oder hoher Blutverlust
  • Zahnfleisch ist blassrosa = mögliche Frühphase eines Schocks, Anämie oder Blutverlust
  • Zahnfleisch ist knallrot = Kohlenmonoxidvergiftung, Fieber, Infektion oder Blutung im Mäulchenbereich

Im Zweifelsfalle gilt: bitte sofort zum Tierarzt!!!!!!!!!

Katzenseuche (Panleukopenie):

Die Katzenseuche wird von Paroviren verursacht. Die Inkubationszeit beträgt ca. 4 - 12 Tage. Eine Impfung wird für alle Katzen dringend empfohlen. Die Auffrischung nach der Erstimpfung erfolgt einmal jährlich.

Die Katzenseuche ist hochgradig ansteckend und verläuft häufig tödlich (ist aber für den Menschen keine Gefahr). Symptome sind: schweres Erbrechen und Durchfall (der kann sogar blutig sein), Lethargie und Teilnahmslosigkeit, Dehydration. Die Katzenseuche wird durch Exkremente oder Sekrete erkrankter Tiere übertragen, auch über konterminierte Materialien. Die Infektion kann über Wochen und Monate hinweg weitergetragen werden, denn der Virus ist ziemlich robust und überlebt lange (bei Zimmertemperatur bis zu einem Jahr). Auch Wohnungskatzen sind nicht gefeit, denn man kann den Erreger an seinen Schuhsohlen von draußen mit nach Hause bringen!

Katzenschnupfen:

Der Begriff "Katzenschnupfen" bezieht sich auf zwei Viruserkrankungen, nämlich auf den Rhinovirus und den Calicivirus. Die Inkubationszeit beträgt ca. 1 - 4 Tage. Eine Impfung gegen diese Viren wird dringend empfohlen. Sie wird nach der Erstimpfung einmal jährlich aufgefrischt. Die Impfung bewirkt jedoch keine vollständige Immunität gegen den Katzenschnupfen, doch die Erkrankung wird aber im Zweifelsfalle in erheblich abgeschwächter Form verlaufen. Hinzu kommt allerdings, daß speziell der Calicivirus offensichtlich schnell mutiert und bereits mehrere Stämme gebildet hat, gegen die die Impfstoffe leider nicht immer schützen können. Die Symptome des Katzenschnupfens sind u. a. Nasenausfluß, verklebte Augen, Fieber und Appetitlosigkeit. Die Überlebenschancen sind bei liebevoller Pflege und tierärztlicher Versorgung relativ gut.

Leukose (FeLV / Leukämie):

Die lange Inkubationszeit dauert Monate bis Jahre und endet in einer schweren chronischen und meist tödlichen Krankheit. Eine Impfung wird allerdings nur für gefährdete Katzen empfohlen, also Freigänger, Tierheimkatzen sowie Katzen in Auffangstationen oder Pflegefamilien mit einem hohen "Durchlauf" an neuen Tieren. Für diese wird eine jährliche Impfung angeraten.

Die Leukose wird durch Speichel, Urin und andere Sekrete übertragen und ist für den Menschen nicht gefährlich. Der Virus kann auch von einer trächtigen Katze bei der Geburt auf ihre Jungen übertragen werden. Zu beachten sind auch die Infektionswege über gemeinsame Benutzung von Katzenklos, Fress- und Trinknäpfen (Sekret-Anhaftungen).

Die Symptome einer Leukose sind vielfältig, aber dazu gehören: Anämie (in Verbindung mit Knochenmarkschwund), Krebs der weißen Blutkörperchen (Lymphom) sowie diverse Sekundärinfektionen aufgrund des geschwächten Immunsystems.

Infektiöse Bauchfellentzündung (FiP):

Diese Erkrankung befällt meist junge Kätzchen, schon kurz nach der Geburt. Der Virus verursacht eine zunächst scheinbar leichte Erkrankung (z.B. Durchfall), geht aber in eine chronische Verlaufsform über und fürht dann später zum Tode. FiP ist für den Menschen nicht gefährlich. Die Symptome der FiP sind vielfältig (außerdem unterscheidet man die "nasse" und die "trockene" FIP):

Nasse FiP:

  • Flüssigkeitsbildung im Brustbereich, wodurch die Atmung erschwert wird.

  • Flüssigkeitsbildung im Bauch (Schwellung!).

  • Fieber, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust

Trockene FiP:

  • Nierenversagen

  • Verdauungsstörungen

  • Atemwegserkrankungen

  • Krampfanfälle

  • Lebererkrankungen

  • Lähmungen

Die Kätzchen infizieren sich durch Mund- und Nasenkontakt zu infizierten Tieren oder durch den Kot infizierter Katzen. Eine Impfung soll zwar zwischenzeitlich erhältlich sein, wird dann aber nicht vor der 16. Lebenswoche verabreicht. Da sich jedoch die meisten Tiere bereits im jüngeren Alter als 16 Wochen infizieren, ist der Sinn dieser Impfung derzeit noch etwas umstritten.

Katzenimmunschwäche (FIV / Katzen-AIDS):

Die Symptome des Katzen-AIDS (auf den Menschen nicht übertragbar!!!) sind vielfältig und ähnlich wie bei der Leukose. Denn auch hier kommt es durchaus zu Anämien mit Knochenmarksschwund sowie zu Sekundärinfektionen aufgrund des geschwächten Immunsystems. FIV verläuft jedoch nicht so aggressiv und tritt auch nicht in Verbindung mit Tumoren auf. Die Inkubationszeit beträgt etliche Jahre, und die Krankheit verläuft fast immer tödlich. Eine Impfung ist nicht erhältlich.

Da FIV hauptsächlich durch Speichel verbreitet wird, sind Bisse die häufigste Übertragungsform.

Tollwut:

Diese Krankheit ist auch für den Menschen äußerst ansteckend und führt unweigerlich zum Tod. Tollwut wird durch den Biss eines infizierten Tieres durch dessen Speichel übertragen. Der Tollwut-Virus ist jedoch relativ wenig robust und kann deshalb außerhalb seines Wirts nicht überleben.

Die Symptome der Tollwut sind Lähmungen besonders im Bereich der Schlingmuskulatur, Krämpfe, Wasserscheu (Trinken wird unmöglich), gesteigerte Aggressivität gepaart mit anfänglicher falscher (!) Zutraulichkeit.

Die Tollwutimpfung wird jährlich einmal aufgefrischt und empfiehlt sich für alle Freigänger, Tierheimkatzen und Tieren in Auffangstationen bzw. Pflegefamilien mit einem hohem Durchlauf neuer Katzen. Da Tollwut ausschließlich durch Bisse übertragen wird, bedürfen reine Wohnungskatzen dieser Impfung nicht.

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